da waren´s nur noch drei

Mein Sohn ist ausgezogen. Eigentlich dachte ich, das könnte ich frühestens in sechs Jahren schreiben, aber heute ist es soweit. Und es ist nicht der ältere Sohn! Der Vierjährige hat den Nachmittag bei der Oma verbracht und als ich ihn am Abend heraufholen wollte und er (wieder einmal) einen lauten Streit mit seiner kleinen Schwester hatte (weil sie auch ein Bonbon aus Omas Zuckerldose wollte, und zwar – Frechheit – das gleiche wie er), meinte er, er wolle nicht mehr ihr Bruder sein. Und er würde jetzt bei der Oma wohnen. Ich fragte ihn, ob er denn gar nicht mehr hinauf kommen wolle, und er meinte ganz diplomatisch, er würde einen Tag unten essen, einen oben, einen unten, einen oben. Aber seine Mama wäre jetzt die Oma und sein Papa der Opa. Das nahm ich dann doch ein bisschen persönlich.

Zur Untermauerung seines Unterfangens hat er seine Bettdecke nach unten geschleppt und auf die Ofenbank gelegt – das wäre sein neues Bett, dort werde er nun wunderbar schlafen. Völlig zufrieden, entspannt und gut gelaunt pendelt er seither zwischen oben und unten, war zwischendurch mit dem Opa die Schafe füttern, hat mir großzügig ein Ei aus dem Hühnerstall gebracht und ist glücklich wie schon lange nicht mehr. Mal schauen, wie es wird, wenn es ans Ins-Bett-Gehen geht. Im Moment ist die Sehnsucht der Geschwister nach ihm ziemlich groß. Jedenfalls weilen die beiden Schwestern im unteren Stock auf Besuch.

(Und ja, eigentlich nehm ich das doch persönlicher, als ich wahrscheinlich sollte. Schon gestern meinte der kleine Sohn, sein Cousin hätte es gut, der hätte eine „Glücksmutter“. Und auch die große Tochter meinte kürzlich, wenn sie bei ihrer Tante B. wohnen würde, würde sie sich viel öfter die Zähne putzen und die Haare frisieren, weil die würde sie immer daran erinnern (ja tu ich denn das nicht?!). Jedenfalls hab ich mit meiner Schwester in den Ferien einen Kindertausch vereinbart, ihre Kinder fühlen sich nämlich von ihr auch nicht richtig verstanden. Vielleicht kehren dann alle reumütig in ihr Zuhause zurück. Aber was, wenn nicht?!)

One Comment

  1. Au Weia, vorpubertierende Vierjährige und…äh.. Neunjährige?
    Aber Mamas sind per Definition immer doof. Denn die schimpfen immer und sagen einem ständig, man solle sich die Zähne putzen… Äh, moment, Tante B erinnert öfter ans Zähneputzen und das ist BESSER?
    Kinderlogik ist wirklich gradios…
    Ja, und vermutlich solltest Du es Dir nicht so zu Herzen nehmen, aber wenn die großen Kinder so etwas sagen ist das schon was anderes als wenn die Kleinen was sagen… kann es also verstehen!!!
    Bei uns ist es immer „Mama, du kochst echt sch…lecht!“ Und neulich, als der Superpapa ein Essen gekocht hat – Nudeln mit Bolognesesauce rief der Sohn MIR zu: Mama, das Essen was der Papa gekocht hat schmeckt soooooooooo superduperlecker!!! Hmpf… Als ich probier habe wusste ich auch warum: Ich tu in meine Bojognese immer etwas Apfelsaft hinein, damit die wässrigen Hollandtomaten nach was schmecken. Der Superpapa wusste das, hatte aber keinen Apfelsaft da- also hat er Marmelade reingetan. VIEL Marmelade. DIe Sauce war ziemlich süß… kein Wunder, dass unser Süßschnabel das lecker fand!
    Auf jeden Fall frage ich den Sohn bei jedem Essen: Und, wie Sch… hat es heute geschmeckt?
    Kinder sind schon super *augenroll*
    Ich wünsch Dir gute Nerven und dass Dein Sohn demnächst wieder zu Hause einzieht…
    (KIndertausch ist ne Super Idee 😉 )

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