Erbstücke

Es war wohl ein Anfall weihnachtlicher Sentimentalität, der mich plötzlich nordisch-rote Sterne zuschneiden ließ. Ich nähe schnell ein paar Sterne für den Christbaum, dachte ich. Und die könnte ich ja schnell noch besticken und mit Knöpfen verschönern. Und so saß ich stundenlang an diesen kleinen Futzeldingern, stickte, nähte, stopfte, vernähte und verwünschte meine seltene, aber doch vorhandene romantische Ader. Jetzt, da sie fertig sind, habe ich mich wieder mit ihnen versöhnt, weil sie ja doch so schön sind. Aber ich hätte bitte gerne, dass sich mindestens auch noch auf den Christbäumen meiner Urenkel hängen und jährlich meiner gedacht wird: “Ja damals, da hatten die Mütter noch Zeit für solch kunstvolles Handwerk!”. Irgendwie so ähnlich war das, genau.

Nachtrag 27. Dezember: Meine Urenkel werden NICHT jährlich weihnachtliche Gedanken an mich haben. Sagte ich schon, dass ich an akuter Verschenkeritis leide?!

2 Comments

  1. Oh, ja! Das mit dem “Schnell mal so nen Fitzelkram” nähen kenn ich auch. Ich habe im Herbst mal schnell eine Stoff-Laub-Girlande genäht…keine Ahnung, wie lange ich da dran war! Aber schön ist so Kleinkram!!
    Viele Grüße von Frau Q.!

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