neuer Blickwinkel

Da war noch die Geschichte vom neuen Fotoapparat:

Du, sag ich, als der Schwager auf Besuch ist, du kennst dich ein bisschen besser aus mit Fotoapparaten, meiner ist kaputt und ich brauche einen neuen, hast du einen Tipp für mich? Ja, sagt er, kannst meinen haben. Oh, sag ich, gern, sagst mir halt, was du dafür bekommst. Nichts, sagt er, ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas dafür verlangen würde, weißt du, er macht keine guten Fotos. Jedenfalls in der Dämmerung nicht. Fast hätte ich mich an meinem Kaffee verschluckt. Lieber Schwager, sag ich, was glaubst du denn, wie oft ich in der Dämmerung Fotos mache?! Ich brauch einen für Tageslicht, in der Morgendämmerung schlafe ich und in der Abenddämmerung mache ich Abendessen, bade dreckige Kinder, ertrage ich müde Grantelbarte, geb ich Tipps für die Mathe-Hausaufgabe, sortiere ich Wäsche oder schmeiß ich die Nerven weg. Mehr nicht.

Also gut, sagt er, machen wir es so, ich bin nächste Woche im Urlaub, du könntest ja dann bei mir Blumen gießen kommen und ich stell dir den Fotoapparat hinter die Tür zum Mitnehmen. Bist ein Schatz, sag ich, danke!

Und dann geh ich Blumen gießen und finde hinter der Tür nicht so einen kleinen schnuckeligen Fotoapparat wie meine bisherige Lumix, nein, dort steht eine riesige Fototasche mit einer Olympus E 420, mit drei Objektiven und extra Blitz.

Liebe Schwager, ich bin heute noch sprachlos. Echt. Und sag nun einfach mal: Danke! Ganz besonders für die furchtbar netten Leute um mich herum.

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