Herausforderung

“Kannst du mir eine Tasche nähen?”, fragte mich eine Freundin. “Aber natürlich!”, sagte ich und begann schon gedanklich meine Stoffe zu sortieren. “Eine für den Fasching!”, meinte sie. Noch besser, ich sah schon eine sehr bunte, sehr gemusterte, sehr dekorierte Tasche vor mir. “Ich bring dir dann die Stoffe, die vom Kostüm übrig sind!” Da dämmerte mir, dass es wohl ein schwierigeres Projekt werden würde. Faschingsstoff! Glänzend! Rutschig! In-Nähmaschinen-hineinwurschtelnd!

Nun gut. Meine Freundin ist bei einer Guggamusik (wer sich genauer dafür interessiert, bekommt hier einen Einblick), einer dieser schrägen, lauten Musikgruppen, die im Fasching auf jedem Umzug und jedem Ball spielen. Zur Ehre jeder Guggamusik gehört es, mindestens alle zwei Jahre komplett neue Kostüme in den prächtigsten Farben zu haben, um noch bunter und schriller zu sein, als die anderen. Heuer ist das Thema “Meer”, alles ist in türkis und silber, alles glitzert und glänzt.

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Auf einen Schnitt konnten wir uns schnell einigen – ihr gefiel die Dame von Farbenmix. Die Stoffe, die ich bekam, waren dann doch von besserer Qualität, als befürchtet. Trotzdem testete ich zuerst vorsichtig, ob der Stoff überhaupt bügelbar ist (oder gleich geschmolzen auf meinem Bügeleisen kleben bleibt) und verstärkte dann alle Außenteile mit Vliseline. Das Nähen war dann gar nicht mehr so schwierig.

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Innen bekam die Tasche ein Extrafach mit Reißverschluss und auf der Klappe war dann noch ein Meerestier gewünscht, das durfte meine Tochter entwerfen und es ist ihr ziemlich gut gelungen. Alles in allem hat es großen Spaß gemacht, die Tasche zu nähen. Kaum war ich aber fertig, war mir klar, dass die größte Herausforderung wohl das Fotografieren sein wird – diese reflektierenden Stoffe waren trotz gutem Licht kaum festzuhalten…

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Und die Freundin – die war sehr beeindruckt vom Ergebnis und trägt die Tasche nun mit Stolz bis Aschermittwoch bei jedem Termin.

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3 Comments

  1. Oh, die ist aber besonders hübsch geworden. Da kann die Fasnat ja kommen, deine Freundin ist bestens gerüstet.

    Dein japanisches Täschchen, in dem ich mein Strickwerkzeug aufbewahre, ist in Wien bewundert worden. Und Gesellschaft hat es auch bekommen. 🙂

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