Wann ist Weihnachten?

Wenn die Moderatorin im Radio fünf Minuten darüber redet, dass jeder Mensch täglich fünf Minuten in der Stille zur Ruhe kommen sollte und daran gleich der nächste Weihnachtsträller anschließt, dann ist nicht Weihnachten, sondern Zeit, das Radio abzuschalten.

Wenn die Verkäuferinnen im Supermarkt stöhnen, dass sie schon seit fünf am Morgen arbeiten und noch zwei Stunden bis Feierabend haben, danach erstmal eine Stunde auf dem Sofa brauchen, um überhaupt noch wach genug für den Weihnachtsabend zu sein, dann stimmt etwas mit unseren Konsumentenansprüchen nicht.

Wenn junge Menschen es ganz schrecklich, unpersönlich und fast schon pervers finden, wenn ich ihnen erzähle, dass wir Erwachsenen uns zu Weihnachten nichts schenken, dann funktioniert nicht nur die Wirtschaft gut, sondern es mangelt auch an simplem Vorstellungsvermögen.

Weihnachten im Klushus heißt gemeinsam mit der Großfamilie feiern, nicht, weil wir zufälligerweise im gleichen Haus wohnen, sondern weil wir gerne zusammensitzen und essen und trinken, weil wir immer etwas zum Reden haben, weil wir uns auf die staunenden Kinder freuen, weil Weihnachten einfach gemütlich und entspannend sein soll und weil es das im Klushus auch wirklich ist.

Dieses Jahr habe ich meine weihnachtskonservative Meinung (“Weihnachten muss rot-gold-grün sein”) gebrochen, weil ich mit wunderbaren Dingen beschenkt wurde. Als wir letztes Jahr die Hütte auf dem Berg übernommen haben, war die Hütte vollgeräumt und die ehemalige Besitzerin wollte nichts mitnehmen. In einer Kommode entdeckte ich ein paar Weihnachtsschachteln Christbaumschmuck, Goldgirlanden, Lametta, Zerbrochenes. Auch das wollte sie nach erneutem Nachfragen nicht mehr haben. So habe ich die Schachteln in eine Kiste geräumt mit dem Vorsatz, sie zu sortieren. Habe ich natürlich nicht gemacht, aber gestern holte ich sie vom Dachboden herunter. Und unter Plastikketten und kaputten Kugeln fand ich uralten Weihnachtsschmuck, rote, grüne, blaue verzierte Kugeln, Tannenzapfen, Nüsse, Glasvögelchen, Pilze, eine bunte Glaseule und hauchzarte Glöckchen. Ich hab so eine Freude damit und habe alles auf den Baum gehängt – unsere Kitschkugeln, die vielen Kinderbasteleien und die alten Schätze, es ist ein wunderbarer Baum geworden!

So wünsche ich Euch auch ein ruhiges, entspanntes Weihnachtsfest mit viel Freude, wie auch immer sie aussehen mag! Habt einen gemütlichen Abend mit den Leuten, die Euch wichtig sind, feiert so, wie es für Euch richtig ist. Fröhliche Weihnachten!

 

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